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0,3 Liter Bier im Glas, in der Regel handelt es sich um Lagerbier, das nennen wir Deutschschweizer eine «Stange». Diese Bezeichnung mögen wir originell und typisch für uns Schweizer finden, leider sieht die Realität anders aus:
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@ schwe
Es wimmelt nur so von lustigen Bezeichnungen für Biermasse. Eine Stange kann nämlich auch ein «Chöbeli» sein, falls das Glas bauchig und mit Henkel versehen ist, oder ein «Becher» oder eine «Tulpe», je nach Form des Glases. In der Region Basel nennt man das «Chöbeli» lieber «Rugeli», warum, das wissen nur der Herrgott und die Basler.
Für einen Österreicher heisst die «Stange» «Seidl», der Schwabe hingegen – und das sagt doch schon einiges über die Trinkgewohnheiten und -Mengen unserer nördlichen Nachbarn aus – nennt 0,3 Liter Lagerbier im Glas verharmlosend ein «Gläsle». «Klein» und «gross», das sind halt relative Begriffe, das merkt der Schweizer Biertrinker auf Deutschlandreise relativ schnell: Bestellt man in München ein «Kleines», dann kommen 4 Deziliter Frischgezapftes daher. Bei uns hiesse diese Grösse «Gambrinus».
Angesichts der Tatsache, dass der Deutsche Pro-Kopf-Konsum mit 112 Litern exakt doppelt so hoch ist wie jener der Schweiz, kann man schon eher nachvollziehen, warum «Gross» in Deutschland etwas anderes heisst als hierzulande. Die «Stange» ein «Mini» zu nennen, wie es die Luxemburger tun, ist dennoch etwas gar grosspurig... Ach übrigens: In der «Schweiz» meinen wir mit «Mini» nur 0,2 Liter Bier, aber viel lieber nennen wir diese Grösse «Herrgöttli». Oder «Flöte», aber nicht «Löschzwerg» wie die Deutschen.
Wer denkt, die abgefahrenen Bezeichnungen würden sich auf Bier im Offenausschank beschränken, liegt weit daneben! Eine «Blechsemmel» (0,3 Liter in der Dose) ist in Deutschland anscheinend eine kleine Zwischenmahlzeit, für den grösseren Durst gibt’s «Bomben» (0,5 Liter in der Flasche) oder, für uns Schweizer, «Hülsen».
Für die ganz Unerschrockenen, die sich mengentechnisch gerne an der oberen Grenze orientieren, noch ein kleiner Tipp: Wer den «Stiefel» (2 Liter in einem stiefelförmigen Glas) am liebsten in «Stiefelchen» umtaufen würde und das «Stübchen» (3,6 Liter) als Zwischenmahlzeit ansieht, der sollte mal nach Österreich fahren und ein «Schifferl» bestellen. Das sind handliche 15 Liter Bier in einer Schale serviert. Wie man das trinkt? Keine Ahnung!
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