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Stillsitzen kann Lorenzo Villa nicht. Da eine Hand schütteln, dort zum Gruss winken, dann wieder aufstehen und hinter dem Tresen nach dem Rechten schauen: Beim Wirt des Villa-Dörfli muss immer etwas laufen.
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@ lej
Und wenn mal etwas nicht läuft, etwa die Kaffeemaschine, «dann kommt der Sizilianer in mir zum Vorschein». Will heissen, Villa wird wütend und ruht nicht, bis das Problem behoben ist. Aber ansonsten kennt man ihn als friedlichen Mann, der Konflikte verbal löst und körperliche Auseinandersetzungen in seinem Lokal gar nicht erst aufkommen lässt. In den 15 Jahren, in denen er in Rothrist wirtet, habe es noch nie eine Schlägerei gegeben. Dabei könnte er sich dabei durchaus behaupten, war er doch jahrelang Karateka.
Mit 12 Jahren fing er wegen eines Onkels, der den gleichen Sport betrieb, mit Karate an und war bald «angefressen». In der Folge war er über 10 Jahre lang aktiv, zeitweise mit Andy Hug in der gleichen Nationalmannschaft. Trotz des hohen Niveaus musste er sich nicht an einen Diätplan halten. «Ich konnte immer essen, was ich wollte, durch das Training blieb ich automatisch schlank. Jetzt trainiere ich nicht mehr, esse aber immer noch, was ich will – man sieht es auch», sagt Villa und lacht.
Aber eigentlich findet der 46-Jährige diese sportliche Zeit seines Lebens gar nicht so spannend, lieber spricht er über seine Freude, immer unter Menschen zu sein. Der gelernte Autolackierer arbeitet seit 20 Jahren in der Gastronomie. «Mir gefällt diese Branche, weil man ein Allrounder sein muss und von Kochen über Handwerkliches bis zu psychologischen Fähigkeiten alles draufhaben muss.»
Als vierfacher Vater und einfacher Grossvater wird es ihm auch privat nie langweilig. Ausserdem ist er Fan von «alten Sachen», speziell von alten amerikanischen Autos. Deshalb organisert er seit 15 Jahren in Rothrist das «Ami-Treffen». Auch in seinem Lokal gibt es immer wieder Anlässe wie Jassturniere, Karaoke oder kulinarische Spezialitäten. «Weil immer was geht und weil ich den nötigen Biss habe, dranzubleiben, habe ich Erfolg», ist er überzeugt. Die Frequenz von bis zu 250 Gästen am Tag im Villa Dörfli gibt ihm recht.
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