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Stolz thront er inmitten der Thustadt: Der Turm der Stadtkirche. Die inwändige Holzleiter hinaufklettern darf nur noch einer: Hans Wildi. «Aus Versicherungsgründen», bedauert der Sigrist. Dabei würde Wildi im Stübli unter dem Dach gerne hin und wieder ein Zvieriplättli in guter Gesellschaft geniessen.
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@ gam
Gesellig ist Hans Wildi nämlich. In Zofingen kennt ihn jeder. «Log do de Hänsu» oder «Tag Herr Wildi» ruft ihm zu, wer ihm im Städtli begegnet. «Aber ich musste auch Leute beerdigen, die ich nicht kannte», erzählt Hans Wildi. 38 Trauergottesdienste half er dieses Jahr schon zu organisieren. Viele gingen ihm nahe, wie jener einer jungen Frau. «Sie war kaum jünger als meine zwei Töchter», sagt Wildi, durch und durch Familienmensch.
Der Entscheid, ob er Sigrist werden soll, fiel denn auch am Familientisch. Die Töchter waren vorerst dagegen. Ihr Vater arbeitete bis dato seit 20 Jahren in Zofingen als Stadtgärtner. Beim Weihnachtsbaum-Aufstellen kam er mit dem damaligen Sigrist ins Gespräch. «Er fand, das sei ein Job für mich.» Die Wildis schauten sich erstmal die Dienstwohnung des Sigrists an. «Da waren plötzlich auch meine Töchter begeistert.»
So wurde Wildi am 1. März 1992 hauptamtlicher Sigrist. Seine Tätigkeit führt der bald 65-Jährige stets mit Herzblut aus. «Der schönste Moment war, als ich meine Tochter in meiner Kirche zum Altar führen durfte.» Die im Hauptgang gestreuten Blumenblätter waren aus Stoff. Echte sind drinnen nicht erlaubt. Draussen schon. Was liegen bleibt, räumt Wildi weg – nach Hochzeiten und an allen anderen Tagen. «Es ist eine Sauerei, was sich ansammelt, etwa Scherben oder Essensreste.»
Oder Zigarettenstummel, die jemand aus einem auf dem Kirchplatz parkierten Auto schmiss. Pech, dass diejenige die Scheibe nicht hochgekurbelt hatte. Wildi beförderte jeden einzelnen Stummel durch den Spalt ins Auto zurück.
Aus der Dienstwohnung sind Wildi und seine Frau nun ausgezogen. «Dann ist der Schnitt Ende 2010 – Job fertig, Wohnung weg - weniger hart», sagt Wildi. Als Pensionierter will der GA-Besitzer vermehrt reisen. Schon heute fahren die Wildis oft zum Käfele nach Bern, zum Après-Ski nach Saas Fee – oder schauen sich irgendwo Kirchen an. Alte Bergkirchen mag Hans Wildi besonders. «Aber ganz ehrlich: die Zofinger Stadtkirche gefällt mir am besten.»
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(Foto: gam)
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