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Original 16/08
Original: Rolf Nyffeler
Das Porträt solle doch bitte so geschrieben werden, dass seine Mutter Freude daran habe, hat mir Rolf Nyffeler aufgetragen. Denn seine Mutter sammelt alle Zeitungsartikel über ihn. Zu ihr hat Rolf Nyffeler eine sehr gute Beziehung. Sie hat ihn vor 51 Jahren in Rothrist zur Welt gebracht, in der Küche eines Bauernhofes. Zu ihr geht er seit fast 30 Jahren jeden Donnerstag zum Mittagessen. Er lässt sie sogar die Rezepte für ihn auf Kassette sprechen, «weil sie die beste Köchin ist».
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@ rar
Der Donnerstag ist sowieso der schönste Tag für ihn, denn abends geht er mit dem Donnschtigs-Club zum Fussballspielen. Der Fussball ist über all die Jahre eine grosse Leidenschaft von Nyffeler geblieben, obwohl er ihn vielleicht eine grosse Musiker-Karriere gekostet hat. Denn als 12-jähriger Klarinettist hatte er den Austritt aus der Jugendmusik gegeben, um sich ganz dem Fussball widmen zu können. Als er dann gemerkt habe, dass er wohl doch kein Star werden würde, habe er sich als 20-Jähriger ein Saxophon gekauft, blickt Nyffeler zurück. Nach drei oder vier Lektionen Unterricht und einem Monat Selbststudium stand er dann bereits auf der Bühne des Zofinger Stadtsaals. Eigentlich eine steile Karriere. Die entscheidenden Jahre habe er aber verpasst, sagt Nyffeler. «Als Jugendlicher holt man sich das nötige technische Rüstzeug. Diese Jahre fehlen mir».

Trotzdem, das Saxophon hat ihn bis heute stets begleitet. Zum Beispiel nach Saudi-Arabien. Dort hat Nyffeler nach seiner Maurerlehre für 13 Monate als Polier gearbeitet. Und einiges erlebt. Seither weiss er nämlich, wie ein saudi-arabisches Gefängnis und das Büro des Postministers von innen aussehen. Mit dem Geld, das er in dieser Zeit verdient hatte, machte sich Nyffeler danach auf eine Reise quer durch Süd- und Nordamerika.

Rolf Nyffeler hat die Musik dann doch noch zu seinem Beruf gemacht. Mit 35 Jahren nahm er an der Jazzschule einen zweiten Anlauf. Beim ersten Mal war er gescheitert, weil er seine Zeit «lieber im Marzili als im Schulzimmer» verbracht hatte. Der Abschluss gelang ihm mit 40, seither verdient er sein Geld als Musik- und Instrumentallehrer.

Die Musik ist ein also ständiger Begleiter in Rolf Nyffelers Leben. Fünf bis sechs Band-Projekte hat er stets am Laufen. Zwei davon sind ihm besonders ans Herz gewachsen. Zum einen «Rutishuser&Co», für ihn mehr als bloss eine Band, vielmehr eine grosse Familie, eine Institution. Zum anderen die Gruppe «No Worry», ein «Lebensprojekt», wie er es bezeichnet. «Solange es mich gibt, gibt es ‹No worry›», sagt Nyffeler. Und er könne sich gut vorstellen, auf der Bühne zu sterben: «Quasi mit der letzten Ballade vom Barhocker kippen».

Nicht ganz bis ans Lebensende möchte Nyffeler das Woog Open Air organisieren, sicher aber noch bis zum nächsten Jubiläum. 17 Mal hat er das kleine, aber feine Aarburger Open Air bereits ausgerichtet, obwohl er «organisatorisch eigentlich eine Pfeife» sei. Es klappe nur darum jedes Mal, weil er und seine Helfer ein eingespieltes Team seien. Gute Beziehungen sind ihm eben wichtig. Davon lebt auch der Bärenkeller. In die von ihm eigenhändig umgebaute Kellerbar des Gasthofs Bären in Aarburg lädt Nyffeler regelmässig befreundete Musiker zu Konzerten ein. Dabei ist es ihm besonders wichtig, ein guter Gastgeber zu sein. «Alle, die im Bärenkeller gespielt haben, kommen wieder, das ist doch ein gutes Zeichen, oder?» fragt Nyffeler rhetorisch. Nach Abschluss des Umbaus habe er jetzt dann wieder etwas mehr Freizeit. «Ich muss schauen, dass es mir nicht langweilig wird», sagt Nyffeler. Wer ihn kennt, weiss, dass es soweit nicht kommen wird.
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