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mythoLogisch: Argusaugen

International | 01.03.2013 00:00, rar, 0 Kommentare | Tags: mythologisch

Zum Start der neuen Donnerstags-Serie «mythoLogisch» erklären wir Ihnen, woher der Begriff Argusaugen stammt.

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Hera empfängt den Kopf von Argus und pflanzt dem Pfau dessen Augen ein - Jacopo Amigon, 1730

Zahlreiche Begriffe und Wendungen in der deutschen Sprache haben ihren Ursprung in der griechischen Mythologie. Jeden Donnerstag liefern wir Ihnen ein wenig Hintergrundwissen zu einem ausgewählten Begriff. Heute: Argusaugen.

Wer jemanden mit Argusaugen beobachtet, der passt genau auf, ist wachsam, lässt diese Person nicht aus den Augen, beobachtet streng, unaufhörlich und misstrauisch.

Die Geschichte dahinter: Zeus, der Göttervater der griechischen Mythologie, hatte eine Schwester, die Hera hiess und auch gleich noch seine Frau war. Hera war ziemlich eifersüchtig. Nicht ohne Grund, denn Zeus hatte es nicht so sehr mit der Monogamie. Mit Leto zeugte er Apollon und Artemis, mit Demeter, einer weiteren Schwester, zeugte er Persephone, mit Pluto zeugte er Tantalos (zu den Tantalusqualen kommen wir ein anderes Mal), mit Maia zeugte er den Götterboten Hermes, mit Leda zeugte er die schöne Helena, mit Alkmene zeugte er Herakles – Zeus war ein sehr aktiver Göttervater. Er ging dabei äusserst ideenreich vor und führte nicht nur seine Gespielinnen, sondern auch seine Frau Hera an der Nase herum. Hera war allerdings auch nicht auf den Kopf gefallen und kam Zeus ab und zu auf die Schliche. So beispielsweise, als Zeus Io, der Tochter eines Flussgottes, nachstellte.

Zeus erkannte, dass Hera ihn durchschaut hatte. Um Io vor seiner eifersüchtigen Frau zu schützen, verwandelte er seine Geliebte in eine Kuh – immerhin eine, die silbrig glänzte. Hera tat so, als wisse sie von nichts, und forderte die Kuh als Geschenk. Um sich nicht verdächtig zu machen, schenkte Zeus seiner Frau schliesslich die Kuh.

Hera liess danach ihre Nebenbuhlerin, die in eine Kuh verwandelte Io, von Argos bewachen. Argos war ein riesiges Ungeheuer mit 100 Augen. Ihm entging nichts, denn seine Augen waren über den ganzen Körper verteilt, so dass er gleichzeitig in alle Richtungen schauen konnte. Zum Schlafen schloss Argos zur selben Zeit nie mehr als ein einziges Augenpaar, mit den anderen beobachtete er wachsam seine Umgebung. Io wurde also fortan mit Argusaugen bewacht.

Nebenbei: Zeus, der schlaue Kerl, schickte bald darauf den Götterboten Hermes zu Argos, um ihn mit seinem Flötenspiel einzuschläfern und Io die Flucht, auf der sie dem Ionischen Meer seinen Namen gab, zu ermöglichen. Die Augen des sterbenden Argos setzte Hera übrigens in das Federkleid des Pfaus ein. 

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